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TAP vs. SPAN

Womit fange ich Pakete richtig ab?

Die Ausgangsfrage

Wir wollen Traffic mit Wireshark analysieren.

Aber wie kommen die Pakete sauber in den Mitschnitt?

Network TAP  oder  SPAN / Mirror Port?

Die zwei Wege im Überblick

TAP vs. SPAN
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SPAN / Mirror Port

Switch Port for Analysis

Was ist ein SPAN-Port?

  • Funktion im Switch – seit den frühen 90ern Standard
  • Kopiert Traffic von Ports auf einen unbenutzten Ziel-Port
  • Meist unidirektional – kein Rückfluss ins Netz
  • Kostenlos, flexibel, per Konfiguration umschaltbar

Bequem – aber „nicht-intrusiv" ist ein Mythos.

„Passiv"? Nein.

Spiegeln hat eine messbare Wirkung auf die Daten:

  • Timing verfälscht – Frame-Abstände & Antwortzeiten stimmen nicht („what you see is not what you get")
  • Niedrige Priorität – Spiegeln ist nicht die Hauptaufgabe des Switches
  • Überlast → Drops – ist der SPAN-Port voll, fallen Frames weg
  • Korrupte & zu kleine Frames werden verworfen
  • Keine Meldung – der Verlust bleibt unsichtbar

Was am SPAN-Port fehlt

🚫 Verworfen

  • Bad-CRC / FCS-Fehlerframes
  • Runts (zu kurz)
  • Oversize / Jumbo außerhalb Spec
  • Layer-1 & Layer-2 Events

🏷️ Verfälscht

  • VLAN-Tags meist entfernt
  • → falsche „Probleme", VLAN-Fehler unauffindbar
  • Nur eine Richtung (kein echtes FDX)
  • Geänderte Reihenfolge & Latenz

Folge: die Analyse zeigt Probleme, die es gar nicht gibt – und übersieht echte.

SPAN skaliert nicht

Full-Duplex verdoppelt die Datenmenge – ein Port reicht nicht:

1 GbE Full-Duplex   →   bis zu  2 Gbit/s   auf 1 SPAN-Port
10 GbE Full-Duplex  →   bis zu 20 Gbit/s   auf 1 SPAN-Port

Kein Switch repliziert das UND macht seinen Hauptjob.

Cisco selbst: „the switch treats SPAN data with a lower priority than regular port-to-port data" – im Zweifel SPAN nur bei niedrigem Durchsatz nutzen.

Wann SPAN genügt

  • Application-Layer-Statistik bei niedriger Bandbreite
  • Conversation Analysis & Application Flows
  • VoIP-Reports aus dem Call Manager
  • Ad-hoc-Troubleshooting, kein physischer Zugang

Gemeinsam: es wird nicht jedes Frame gebraucht.

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Network TAP

100 % der Pakete – garantiert

Was ein TAP besser macht

  • Verlustfrei – keine Drops, unabhängig von der Bandbreite
  • Vollständig – Bad-CRC, Runts, Oversize, L1/L2 bleiben sichtbar
  • Kein Grooming – Timing & Jitter exakt (wichtig für VoIP/Video, FDX)
  • VLAN-Tags bleiben erhalten
  • Wirklich passiv & fault-tolerant, IPv4/IPv6-agnostisch
  • Keine IP – nicht adressierbar, nicht hackbar, keine Config

Compliance & Recht

  • DSGVO verlangt 100 % Erfassung & Aufbewahrung
  • SPAN ist nicht beweissicher – keine Fidelitätsgarantie
  • Gespiegelter Traffic läuft durchs Produktivnetz
  • Vor Gericht angreifbar – Lawful Intercept braucht echte Daten

TAP: nicht adressierbar, isoliert, lückenlos.

Direkter Vergleich

Kriterium SPAN Port Network TAP
Paketverlust Bei Last Keiner
Fehler-/L1-Frames Verworfen Sichtbar
VLAN-Tags Meist weg Erhalten
Timing / Jitter Verfälscht Exakt
Full-Duplex Problematisch Vollständig
Kosten Inklusive Hardware
Beweissicher Nein Ja
🎯

Faustregel

Low-Bandwidth-Statistik → SPAN reicht.

Jedes Paket zählt → TAP.

Fragen?

TAP, SPAN & alles dazwischen

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